Trends in der Parfumindustrie

Die Zukunft der Düfte
Seit Beginn der Parfumindustrialisierung wurden in wenigen Jahrzehnten revolutionäre Methoden entwickelt, den Pflanzen und Blüten ihre wertvollen Düfte zu entziehen oder sie möglichst naturgetreu zu reproduzieren. Dazu gehören moderne Techniken wie das „Softact“, dass eine Weiterentwicklung der klassischen Extraktion darstellt und bei dem Essenzen in nie da gewesener Reinheit durch die besonders sanfte CO²-Extraktion gewonnen werden können.
 
Doch welche Möglichkeiten stehen noch offen und welche Wege
eröffnet die fortwährende Forschung für die Zukunft der Parfümerie?
 

Genetische Modifikation

Genetische ModifikationNicht nur die Nahrungsmittelindustrie nutzt und profitiert von der modernen Genetik, auch die Parfumindustrie wird in Zukunft von genetisch veränderten Pflanzen profitieren. Gerade natürliche Rohstoffe und vor allem Blütenöle sind in der Parfumerie besonders kostspielig. Dazu kommt das wachsende Interesse der Verbraucher an möglichst natürlichen Rohstoffen. Jedoch kann die große Nachfrage auf dem Weltmarkt kaum noch vom Angebot gedeckt werden, was zu stetig steigenden Rohstoffpreisen führt.

Doch viele Blüten haben nur einen geringen Anteil an ätherischen Ölen und können teilweise nur zu bestimmten Tageszeiten gepflückt werden, was bedeutet dass sie in nahezu unvorstellbaren Mengen angebaut werden müssen.
 
Eine Lösung für dieses Problem fanden nun israelische Forscher der Universität von Jerusalem im genetischen Code von Pflanzen. Den Forschern um Prof. Alexander Vainstein gelang es durch genetische Modifikation den Duft von Blumen um mehr als das Zehnfache zu intensivieren und sogar Blüten Duft zu entlocken, die vorher für die menschliche Nase gar nicht wahrnehmbar waren. Außerdem ist es gelungen, Blüten die ihren Duft bisher nur in einem Rhythmus zu bestimmten Tagezeiten preisgaben, nun auch in gleich bleibender Intensität, über den ganzen Tag verteilt zu entlocken. Die Forscher haben bereits ein Patent auf diese Technologie angemeldet und sind sich eines kommerziellen Erfolgs sicher, vor allem weil diese Technologie auch auf andere Pflanzen wie Gemüse und Früchte anwendbar ist.
 
Für die Parfumindustrie bedeutet das nicht nur, dass die Pflanzen nun eine essentiell höhere Duftstoffausbeute bieten und damit nun auch in höheren Konzentrationen in den Parfumkreationen verwendet werden können, sondern auch, dass nun vollkommen neue Blütenessenzen verfügbar werden, die den Parfumeuren als neue Inspirationsquelle dienen und ihnen damit noch mehr Möglichkeiten bei der Komposition edler Düfte eröffnen.
 

Aromastoff Revolution

Aromastoff Revolution
Eine weitere Neuentdeckung haben Forscher der Karl-Franzens-Universität Graz gemacht. Durch Zufall fanden sie einen Weg Vanille-Aroma umweltfreundlich und kostengünstig herzustellen. Bisher war es nur möglich, entweder einen teuren Extrakt aus der Vanilleschote zu gewinnen oder in einem komplizierten und umweltschädigenden Verfahren namens Ozonisierung, einen synthetischen Aromastoff herzustellen den wir alle unter dem Begriff Vanillin aus der Backstube kennen.
 
Das besondere an diesem biologischen Verfahren ist, dass das dabei entstehende Vanillin ein natürlicher Aromastoff ist. Dessen Molekülstruktur stimmt mit der von reinen Vanilleschoten genau überein. Das heißt im Endeffekt, dass dieser Aromastoff auch genauso schmeckt und riecht, wie die teurere natürliche Vanilleschote. Außerdem ist das Verfahren so simpel, dass man es theoretisch auch in der heimischen Küche durchführen könnte. Die Forscher haben dieses Verfahren bereits patentiert und sind sich sicher, dass es auch noch auf viele andere Aromastoffe übertragbar ist.
 
Da die Parfumindustrie ebenfalls viel mit Aromastoffen arbeitet, ergeben sich auch hier vollkommen neue Möglichkeiten, um an bisher sehr teure Riechstoffe zu gelangen. Außerdem könnten sogar bislang nicht natürlich erzeugbare Aromastoffe gewonnen werden. So würde das kostengünstige Vanillin bald auch nach echter Bourbon-Vanille riechen. Der Geruch von Himbeere, der bisher nur synthetisch erreicht werden konnte, könnte bald ganz natürlich nach fruchtiger Himbeere riechen.
 
Diese Forschritte in der Duftgewinnung sind nicht nur revolutionär, sondern erwarten uns bereits in den nächsten Jahren. Wenn man nun bedenkt, welche enormen Fortschritte die Parfumerie in den letzten Jahren gemacht hat, kann man sich ungefähr ausmalen, welche Erfindungen uns noch in den nächsten Jahrzehnten erwarten.
 
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